| Aus dem Schüleralltag | ||||||||||
| Begrüßung der 5. Klassen | ||||||||||
| Es war damals üblich, dass die 5. Klassen an unserer Schule am 1. Tag durch eine Theateraufführung der 7. Klassen begrüßt wurden. Ich kann mich nicht mehr erinnern, welches Stück uns zu Ehren auf dem Spielplan stand - nur dass ein König darin vorkam. Das soll aber keineswegs heißen, dass die Aufführung keinen Eindruck auf mich gemacht hätte. Im Gegenteil: ich fand es toll, auf diese Weise in der neuen Schule empfangen zu werden. Als wir in der 7. Klasse waren, war es dann an uns, die "Neuen" mit einem Theaterstück willkommen zu heißen. Unsere Deutschlehrerin Frau Priske hatte eine Fabel ausgewählt - ich war eine Elster, hatte bis auf meine Flügel aber keine tragende Rolle und durfte im übrigen den Schnabel halten. Bis zu dem Moment .... Wir waren in der Garderobe und zogen uns gerade um. Es waren noch 5 Minuten bis zum Beginn und wir waren alle fürchterlich aufgeregt. Da kam Frau Priske zu mir, drückte mir einen Zettel in die Hand und sagte:"Lern das schnell auswendig und dann geh auf die Bühne und mach die Ansage." >Schluck< Okay, ich war immer gut im Auswendiglernen von Gedichten gewesen, aber so viel Text in 5 Minuten? Und dann alleine da raus.....? Und ohne Probe ....? Und das mir - wo Theaterspielen nun so gar nicht zu meinen Favoriten gehörte. Aber okay, kneifen "gildete" nicht. Als ich dann aber da oben stand, ganz allein auf der riesigen Bühne, vor mir die gigantische Aula mit den gebannt auf mich gerichteten Blicken, da wäre ich am liebsten sofort wieder umgedreht. Aber was sein musste, musste sein. Also fing ich an .... und verhaspelte mich natürlich prompt, verlor den Faden und .... Tja, was nun? Ich wagte den Schritt nach vorn und fragte Frau Steffens, die damalige Konrektorin, die in der 1. Reihe saß, ob ich noch einmal beginnen dürfte. Sie meinte."Natürlich." Also atmete ich einmal tief durch und fing noch mal an. Und diesmal klappte es ohne Aussetzer. Aber nie, nie, nie wieder wollte ich so etwas noch einmal machen müssen. |
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| Von kleineren und größeren Aufständen | ||||||||||
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In der 7. Klasse sind wir vermutlich der Schrecken aller LerhrerInnen gewesen: War für mich in der 5. Klasse noch eine Welt zusammengebrochen, als ich am Nikolaustag den ersten Tadel in der Klasse bekam, und dann auch noch vom Direx, so machten wir 2 Jahre später einen Sport daraus, die meisten Tadel einzuheimsen. Die "Siegerin" konnte am Schuljahrsende auf gut 40 Tadel verweisen. Aber die meisten von uns anderen standen auch nicht viel "schlechter" da. Eigentlich mehr als erstaunlich, dass wir bei der damals ganz offensichtlich noch herrschenden Meinung über "anständiges Betragen" nicht scharenweise von der Schule geflogen sind. Während die Studenten mit Molotowcocktails die Welt revolutionieren wollten, probten wir 1969 dann den Aufstand im Kleinen: Nachdem die Koedukation für die neu eingeschulten Jahrgänge stattgefunden hatte, vertraten wir die Ansicht "Gleiches Recht für alle" und demonstrierten auf der gegenüberliegenden Straßenseite eigentlich mehr durch Fernbleiben vom Unterricht für gemischte Klassen bis hoch zur 13.; allerdings erfolglos. |
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| Abistreiche/Verabschiedung | ||||||||||
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Abistreiche kannten wir damals nur aus dem Fernsehen bzw. Kino. Waren die Abiklassen vor uns noch in einer offiziellen Feier in der Aula feierlich verabschiedet und ins Leben entlassen worden (es wurden i.d.R. auch silberne und goldene Abiturientinnen dazu eingeladen), so verlief bei uns alles sang- und klanglos, quasi zwischen Tür und Angel. Ich kann mich nicht einmal erinnern, dass wir eine offizielle Abifeier veranstaltet hätten. |
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| Doch das Leben besteht ja bekannterweise nicht nur aus Schule ... | ||||||||||
| Tanzstunde | ||||||||||
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| Fetenzeit | ||||||||||
| Mit der Tanzstundenzeit begann für uns auch die Feten- und Disco-Zeit. Unsere erste Klassenfete fand im Berolina statt. Alles in allem reichlich langweilig und um 22:00 Uhr war Zapfenstreich (wer hat eigentlich den Aufpasser gespielt damals?). Da wir ohne erwachsenes Aufsichtspersonal nicht abends in öffentliche Lokale durften, fanden meistens private Feten statt. Unser bevorzugtes Getränk war unseren Geldbeuteln entsprechend W....h mit Cola (eine Flasche W* gab's für um die 2 DM). Vorteil dieses Gesöffs: man konnte nicht viel davon trinken, ohne dass einem schlecht wurde; Nachteil: mit dem anschließenden Brummschädel passte man anschließend durch keine Tür mehr. Tja, Erwachsenwerden kann ganz schön schmerzhaft sein. Mit 16 durften wir dann auch bis 22:00 ohne Aufpasser in Discos. Angesagt war damals besonders das Blue Note in der Bordumstraße. Dann gab es noch eine Disco in der Gökerstraße, Höhe Bismarckplatz. Und (später?) gab's noch eine im Keller im Hotel Loheide, gegenüber vom Bahnhof, so richtig mit Rausschmeißer und so. Mit 17/18 war mein bevorzugtes "Ausflugsziel" allerdings die "Taverne" von Schorsch (George(?)), (laut Stadtplan müsste die in der Wupperstraße gewesen sein), eher so etwas wie eine Studentenkneipe, leicht bis mittelschwer verräuchert, ohne Tanzfläche aber dafür mit Billardtisch. Nachdem man kfzmässig mobil war, wurde auch hin und wieder das Wilkenjohanns in Zetel (jetzt ja wohl Mark4) angesteuert, das für mich persönlich damals aber eher die Ausstrahlung einer Mischung aus verstaubtem Tanztee und Bahnhofshalle hatte. |
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