| Was zu der Zeit außerhalb der Schule geschah (1965 - 1973) |
| Mode |
 Astronauten- kappe

 Knautschlack- Mantel |
Auch in der Mode kam es zur "Revolution":
Über Nacht eroberte zunächst ein Gesicht, dann ein Typ die Welt: Twiggy. Mit den Maßen 78 - 55 - 80 wurde sie Mitte der 60er 15jährig zum 1. Supermodel und prägte das weibliche Schönheitsideal für viele Jahre. Das führte nicht zuletzt dazu, dass sich unter den Mädchen bei dem Versuch, wie Twiggy aussehen zu wollen, immer mehr die Magersucht ausbreitete.
Bei den Mädchen eroberte der Mini-Rock die Welt. Was zunächst für Empörung über den Sittenverfall führte, wurde Ende der 60er dann doch noch gesellschaftsfähig. Anfang der 70er wurde der Minrock noch ergänzt durch die "Hot-Pants".
Mitte der 60er bestimmten im Gefolge der Si-Fi-Serien die sogenannten Astronautenkappen das Mützenbild. Ende der 60er kamen für Damen sogenannte Hosenanzüge auf, die jedoch nicht aus Hose und Jacke sondern aus einem Kleid über einer dazu passenden Hose bestanden. Wer als Frau top sein wollte, trug Mäntel und Stiefel aus Knautschlack. Die Pfennigabsätze wurden abgelöst durch breite Blockabsätze. |
 Twiggy |
Es wurde außerdem in, weiße Tennisschuhe zu tragen oder Leder-Boots (vielfach mit Fransen) zu engen Cordröhren. Alternativ konnte man auch sogenannte Goucho-Hosen (¾-Hosen) oder Hosen mit Schlag wählen. Die Pullover waren meist gerippt und hüftlang. Angesagt waren ebenfalls kurzärmelige Pullover über langärmeligen Blusen. Das Ganze wurde abgerundet durch breite Gürtel, die locker über den Pullovern getragen wurden.
Außerdem bekam der Mini Anfang der 70er Konkurrenz durch midi und maxi.
 der gepflegte Mann anno 1971 |
Die Herrenmode wirkte teilweise - naja, ich würde sagen: etwas dandyhaft, die Krawatten wurden ebenso wie die Revers breiter, oftmals auch ersetzt durch Halstücher, die Hemden-, wie auch die Blusenkragen bekamen längere Ecken. |
1971 verlor die Welt der Mode eine ihrer "Großen": die "Hohepriesterin der Mode" und "Königin der Haute Couture" Coco Chanel, die "das kleine Schwarze", das bortengesäumte Chanel-Kostüm und das Parfüm "Chanel Nummer 5" kreiert hatte, starb im Alter von 87 Jahren.
Gegen Ende der 60er änderte sich auch in der Frisurenmode einges: war es Anfang des Jahrzehnts chic, mit möglichst hochtoupierten Haaren herumzulaufen, so wurden die Frisuren gegen Ende immer natürlicher. Besonders bei den jüngeren setzte sich eine neue Art der Dauerwelle durch, die Mini-Pli, eine Dauerwelle mit kleinsten Löckchen à la Atze Schröder, die nach dem Waschen einfach an der Luft getrocknet und nicht wie bislang üblich auf große Wickler gedreht wurden.
Inspiriert durch das Musical "Hair" und im Gefolge der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung der Afro-Amerikaner sah man auch immer öfter den sogenannten Afro-Look, den man am besten dadurch erhielt, dass man die nasse Minipli föhnte und gleichzeitig über Kopf gegen den Strich durchbürstete.
|
 |
Nachdem die Beatles den Anfang gemacht hatten, wurden insgesamt die Haare der Jungs, vorgegeben durch die Rockbands und als äußeres Zeichen ihrer Rebellion gegen das bisherige Wertesystem, im Verlauf der 60er und 70er Jahre immer länger. Wer nicht dermaßen massiv gegen den Strom schwimmen wollte, trug zu etwas längeren Haaren lange Koteletten (s. Bild oben "Herrenmode").
 |
Auch vor den Wohnungen machten die Neuerungen nicht halt: Die bis dato eher schlichten Tapeten wurden abgelöst durch solche mit riesigen Mustern: egal ob schwarz-weiß oder bunt, ob eckig oder rund - Hauptsache sie waren groß - je auffälliger - je besser.
Wer es sich leisten konnte, kaufte sich einen "Kugelsessel" (heutiger Preis z.T. 4.400,- €), ebenfalls eine Folgeerscheinung der damaligen Sci-Fi-Serien. |
|