| Was zu der Zeit außerhalb der Schule geschah (1965 - 1973) | ||||||||||
| Weltgeschehen (Streiflichter) | ||||||||||
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International waren die 60er/70er Jahre in erster Linie geprägt durch den sogenannten Kalten Kieg zwischen den USA und Russland und den Vietnam-Krieg. Nachdem bereits sein Buder John F. 4 Jahre zuvor erschossen worden war, traf 1967 Robert Kennedy dasselbe Schicksal. Es war außerdem die Zeit, in der es zu massiven Rassenunruhen in den USA kam. Nachdem Malcolm X bereits 1965 und Martin Luther King 1968 als Verfechter eines gewaltlosen Hinwirkens in Richtung auf die Gleichberechtigung "schwarzer" Amerikaner ermordet worden waren, kam es zu immer härteren Auseinandersetzungen zwischen den Black Panthern auf der einen und der Polizei auf der anderen Seite, die bürgerkriegsartige Züge aufwiesen.
Während auf der einen Seite versucht wurde, den Weltraum zu erobern, nahmen auf der anderen Seite die Pobleme auf der Erde zu. Dazu gehörte nicht zuletzt auch der zunehmende Drogen-Konsum unter den Jugendlichen, von dem auch Deutschland nicht verschont blieb: zum einen Ausdruck der Rebellion gegen das Establishment (was verboten ist, macht doppelt Spass und je mehr es schockt, um so besser), war es auch Flucht aus der Enge der verstaubten Moral- und sonstigen Vorstellungen, vielfach dadurch legitimiert, dass man mit Hilfe der Drogen "sein Bewusstsein erweitern" wollte. Das Ergebnis waren vielfach aber nur körperliche und psychische Wracks, sofern sie sich nicht gar den "goldenen Schuss" setzten. Das 1967 in New York uraufgeführte Musical Hair spiegelt wohl am besten das Lebensgefühl besonders der jüngeren Generation der damaligen Zeit wider.
Während mit Luna 9 nach anderen Sternen gegriffen wurde, startet auf der Erde 1966 Mao Tse-Tung in China seine proletarische Kulturrevolution, mit der vordergründig die reaktionären Tendenzen, die den Erfolg der kommunistischen Bewegung zu vereiteln drohten, bekämpft werden sollten. Tatsächlich ging es aber (auch) darum, die innerparteilichen Konkurrenten Maos auszuschalten. Denunzierungen wie im 3. Reich waren an der Tagesordnung, das Vorgehen gegen die sogenannten Rechtsabweichler durch die fanatisierten Massen und die sogenannte Rote Garde äußerst brutal. So wurden in den 10 Jahren der Kulturrevolution über 7 Mio. Menschen getötet, tausende von Tempeln zerstört und Büchern verbrannt sowie das Spielen von Opern (mit Ausnahme von 10 ausgewählten) im ganzen Land verboten. Das Jahr 1968 war weltweit ein Jahr des Aufbegehrens gegen soziale Missstände, Unterdrückung und Kriege: 1968 wurde in Minneapolis das American Indian Movement (AIM) gegründet, eine Widerstandsbewegung, die sich gegen die Unterdrückung der Indianer durch die Weißen zur Wehr setzte und die u.a. 1969 zur Aufsehen erregenden Besetzung der ehemaligen Gefängnisinsel Alcatraz führte. Hintergrund des "Indianeraufstandes" war die Tatsache, dass rd. 40% der damals etwa 800.000 US-Indianer arbeitslos waren, 70% in Elendsquartieren lebten, das durchschnittliche Jahreseinkommen einer Indianer-Famile mit 1500,- $ (damals rd. 6.000,- DM) nur bei 25% des durchschnittlichen amerikanischen Jahresgehalts und die durchschnittliche Lebenserwartung eines Indianers wegen dieser katastrophalen Zustände mit 46 Jahren um ca. 25 Jahre unter durchschnittlichen amerikanischen Lebenserwartung lag. In Paris gingen im Mai dieses spektakulären Jahres Arbeiter und Studenten gegen die Regierung von de Gaulle auf die Straßen und legten das gesamte industrielle und infrastrukturelle Potential Frankreichs lahm, so dass sogar die Regierung de Gaulles ins Wanken geriet und sich nur durch umfangreiche soziale Zugeständnisse und massiven Polizeieinsatz halten konnte. In Mexiko wurden am 2.Oktober auf einer Massendemonstration zirka 500.000 Menschen mit Panzern, Hubschraubern und Maschinengewehren angegriffen, wobei 500 Jugendliche ihr Leben verloren.
1969 machte in den Staaten ein Mann von sich reden, der sehr wohl die Vorlage für "Das Omen" hätte liefern können: Charles Manson, der seine Anhänger, die Manson-Family, dazu brachte, bestialische Morde zu verüben, um seinen Anspruch auf die Weltherrschaft zu begründen. 1971 zum Tode verurteilt, wurde 1972 durch die Aufhebung der Todesstrafe in Californien das Urteil für ihn und seine 3 Mitangeklagten in lebenslänglich umgewandelt. Bis heute genießt Manson in einigen Kreisen Kultstatus und wird als Märtyrer hochstilisiert; andererseits ist sein Name in die amerikanische Alltagssprache als Synonym für das Böse schlechthin eingegangen. |