Was zu der Zeit außerhalb der Schule geschah (1965 - 1973)
Weltgeschehen (Streiflichter)
International waren die 60er/70er Jahre in erster Linie geprägt durch den sogenannten Kalten Kieg zwischen den USA und Russland und den Vietnam-Krieg.

Nachdem bereits sein Buder John F. 4 Jahre zuvor erschossen worden war, traf 1967 Robert Kennedy dasselbe Schicksal.

Es war außerdem die Zeit, in der es zu massiven Rassenunruhen in den USA kam. Nachdem Malcolm X bereits 1965 und Martin Luther King 1968 als Verfechter eines gewaltlosen Hinwirkens in Richtung auf die Gleichberechtigung "schwarzer" Amerikaner ermordet worden waren, kam es zu immer härteren Auseinandersetzungen zwischen den Black Panthern auf der einen und der Polizei auf der anderen Seite, die bürgerkriegsartige Züge aufwiesen.
Die 60er waren jedoch auch die Ära des weltweiten Protestes gegen den Vietnamkrieg, der Gründung der Hare-Krishna-Bewegung und die Zeit der Hippies mit ihrer Flower-Power-Bewegung. Mit ihrer Naturliebe, ihrem Hang zu fernöstlichen Religionen und Philosophien, ihrer einfachen, ungebundenen und kollektiven Lebensweise sowie ihrer strikten Ablehnung der Leistungs- und Konsumgesellschaft und ihrer pazifistischen Einstellung "Make Love not war" fanden sie viele Anhänger.
Das wohl herausragendste Ereignis dieser Richtung war das Woodstock-Festival 1969, das nicht nur als musikalischer Meilenstein sondern auch als DAS Konzert für den Weltfrieden in die Annalen eingegangen ist, obwohl es ursprünglich gar nicht als solches geplant gewesen war.
In den 60ern wurde auch das ursprünglich als Symbol für die Kampagne zur nuklearen Abrüstung in GB entworfene Zeichen zum weltweiten, bis heute gültigen Symbol für den Frieden erkoren.
Nachdem 1966 die erste weiche unbemannte Mondlandung durch Luna 9 erfolgt war, folgte 1969 im Rahmen des amerikanischen Apollo-Programms die inzwischen vielfach angezweifelte erste bemannte weiche Mondlandung durch Apollo 11, in deren Verlauf Neil(l) Armstrong seinen 1. Schritt auf die Mondoberfläche mit den Worten kommentierte: "Es ist nur ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Schritt für die Menschheit" ("[It's just] one small step for [a] man, [but] one giant leap for mankind").

Während auf der einen Seite versucht wurde, den Weltraum zu erobern, nahmen auf der anderen Seite die Pobleme auf der Erde zu. Dazu gehörte nicht zuletzt auch der zunehmende Drogen-Konsum unter den Jugendlichen, von dem auch Deutschland nicht verschont blieb: zum einen Ausdruck der Rebellion gegen das Establishment (was verboten ist, macht doppelt Spass und je mehr es schockt, um so besser), war es auch Flucht aus der Enge der verstaubten Moral- und sonstigen Vorstellungen, vielfach dadurch legitimiert, dass man mit Hilfe der Drogen "sein Bewusstsein erweitern" wollte. Das Ergebnis waren vielfach aber nur körperliche und psychische Wracks, sofern sie sich nicht gar den "goldenen Schuss" setzten.

Das 1967 in New York uraufgeführte Musical Hair spiegelt wohl am besten das Lebensgefühl besonders der jüngeren Generation der damaligen Zeit wider.
Dass sie mit ihrer ablehnenden Haltung gegenüber der staatlichen Obrigkeit keinesfalls falsch lag, bewies einmal mehr besonders die Watergate-Affäre (Missbrauch von Regierungsbehörden durch das Weiße Haus, der Watergate-Einbruch, Behinderung der Justiz, illegale Parteispenden, Steuerhinterziehung durch Nixon, illegale Abhöraktionen etc.) , die den damaligen amerikanischen Präsidenten Richard Nixon letztendlich zum Rücktritt zwang.

Während mit Luna 9 nach anderen Sternen gegriffen wurde, startet auf der Erde 1966 Mao Tse-Tung in China seine proletarische Kulturrevolution, mit der vordergründig die reaktionären Tendenzen, die den Erfolg der kommunistischen Bewegung zu vereiteln drohten, bekämpft werden sollten. Tatsächlich ging es aber (auch) darum, die innerparteilichen Konkurrenten Maos auszuschalten. Denunzierungen wie im 3. Reich waren an der Tagesordnung, das Vorgehen gegen die sogenannten Rechtsabweichler durch die fanatisierten Massen und die sogenannte Rote Garde äußerst brutal. So wurden in den 10 Jahren der Kulturrevolution über 7 Mio. Menschen getötet, tausende von Tempeln zerstört und Büchern verbrannt sowie das Spielen von Opern (mit Ausnahme von 10 ausgewählten) im ganzen Land verboten.

Das Jahr 1968 war weltweit ein Jahr des Aufbegehrens gegen soziale Missstände, Unterdrückung und Kriege:
1968 wurde in Minneapolis das American Indian Movement (AIM) gegründet, eine Widerstandsbewegung, die sich gegen die Unterdrückung der Indianer durch die Weißen zur Wehr setzte und die u.a. 1969 zur Aufsehen erregenden Besetzung der ehemaligen Gefängnisinsel Alcatraz führte. Hintergrund des "Indianeraufstandes" war die Tatsache, dass rd. 40% der damals etwa 800.000 US-Indianer arbeitslos waren, 70% in Elendsquartieren lebten, das durchschnittliche Jahreseinkommen einer Indianer-Famile mit 1500,- $ (damals rd. 6.000,- DM) nur bei 25% des durchschnittlichen amerikanischen Jahresgehalts und die durchschnittliche Lebenserwartung eines Indianers wegen dieser katastrophalen Zustände mit 46 Jahren um ca. 25 Jahre unter durchschnittlichen amerikanischen Lebenserwartung lag.

In Paris gingen im Mai dieses spektakulären Jahres Arbeiter und Studenten gegen die Regierung von de Gaulle auf die Straßen und legten das gesamte industrielle und infrastrukturelle Potential Frankreichs lahm, so dass sogar die Regierung de Gaulles ins Wanken geriet und sich nur durch umfangreiche soziale Zugeständnisse und massiven Polizeieinsatz halten konnte.

In Mexiko wurden am 2.Oktober auf einer Massendemonstration zirka 500.000 Menschen mit Panzern, Hubschraubern und Maschinengewehren angegriffen, wobei 500 Jugendliche ihr Leben verloren.

Im März 1968 leitete in der CSSR die Regierung unter Alexander Dubcek eine später als Prager Frühling bekannte Demokratisierung und Reformierung des Staates ein mit einer Öffnung zum Westen und der Einführung von Marktmechanismen in der Wirtschaft. Dieser Versuch, einen "Kommunismus mit menschlichem Antlitz" zu schaffen wurde besonders von der DDR misstrauisch beäugt und führte breits am 21. August zum militärischen Eingreifen des Warschauer Paktes mit Unterstützung der Nationalen Volksarmee und zur gewaltsamen Beendigung dieses Reformversuches und Absetzung der Regierung Dubcek.

1969 machte in den Staaten ein Mann von sich reden, der sehr wohl die Vorlage für "Das Omen" hätte liefern können: Charles Manson, der seine Anhänger, die Manson-Family, dazu brachte, bestialische Morde zu verüben, um seinen Anspruch auf die Weltherrschaft zu begründen. 1971 zum Tode verurteilt, wurde 1972 durch die Aufhebung der Todesstrafe in Californien das Urteil für ihn und seine 3 Mitangeklagten in lebenslänglich umgewandelt. Bis heute genießt Manson in einigen Kreisen Kultstatus und wird als Märtyrer hochstilisiert; andererseits ist sein Name in die amerikanische Alltagssprache als Synonym für das Böse schlechthin eingegangen.